Mobbing

Der Begriff „Mobbing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet, jemanden „anpöbeln“ und „fertigmachen“. Wird ein Kind/ Jugendlicher von anderen über längere Zeit immer wieder gehänselt, bedroht, angegriffen, ausgegrenzt oder gedemütigt und kann sich dagegen alleine nicht mehr wehren, handelt es sich um Mobbing. Je länger das Mobbing andauert und je schlimmer es wird, desto schwieriger ist es für die Betroffenen, aus der Situation wieder herauszukommen. Häufig fühlen sie sich selbst mitschuldig und sehen keinen Ausweg aus ihrer Lage. Trauen sie sich in der Folge nicht, sich Hilfe zu suchen und jemandem davon zu erzählen, sehen die Täter dies als ihren „Erfolg“ an und gehen immer weiter.


Um erfolgreich gegen Mobbing vorzugehen, ist es wichtig, dass ein Team gebildet wird. Zu diesem Team gehören das Mobbingopfer, die Eltern, der Therapeut, die Lehrer, die Schulverwaltung, andere Kinder/ Jugendliche und die Person(en), die das Mobbing ausführt/ ausführen. Es wird eine friedliche Ko-Existenz mit denjenigen angestrebt, die das Mobben ausüben und/ oder unterstützen (auch Wegsehen stützt letztendlich das Mobben innerhalb einer Gruppe und stärkt die Aggressoren). Da es sich bei Mobbing um ein sich wiederholendes, gezieltes, absichtliches, aggressives Verhalten handelt, ist ein Kompromiss mit den Aggressoren KEIN Ziel der Intervention. Das schädigende Verhalten hat schlichtweg zu unterbleiben. Eine klassische Streitschlichtung läuft deswegen in der Regel auch ins Leere und kann sogar letztendlich zu einer Verschlimmerung der Situation für das Opfer führen.

 

Ziele der Therapie sind u.a. die Stärkung des kindlichen Selbstwertgefühls, das Lernen eines angemessenen Umgangs mit vermeintlichen und tatsächlichen Mobbingangriffen, der Aufbau von Konfliktbewältigungsstrategien und die Stärkung sozialer Kompetenzen. Das Mobbingopfer soll unterstützt werden, aus dem Teufelskreis der Angriffe und der Stigmatisierung ausbrechen zu können. Dabei kommen u.a. kognitiv-verhaltenstherapeutische Bausteine (z.B. Umgang mit herunterziehenden, nicht funktionalen Gedanken), aber auch spieltherapeutische Elemente zum Einsatz. Gezielt werden mit Verhaltensexperimenten und Rollenspielen alternative Verhaltensmuster eingeübt, um zukünftig den benötigten Schutz kompetent einfordern zu können.


Des Weiteren werden die Eltern beraten und der Kontakt zur Schule aufgebaut und gepflegt. Der Therapeut spannt ein Netz, bestehend aus individuellen Kompetenzen und helfenden Personen, welche das Mobbingopfer vor künftigen Angriffen schützen soll.