Enuresis und Enkopresis

Als Enuresis wird das Einnässen ab einem Alter von fünf Jahren bezeichnet. Neben primärer Enuresis (das Kind war noch nie längere Zeit trocken) und sekundärer Enuresis (das Einnässen tritt nach einer längeren Phase, in der das Kind trocken war, auf) unterscheidet man weiterhin zwischen Enuresis nocturna (Einnässen nachts), Enuresis diurna (Einnässen tagsüber) und funktioneller Harninkontinenz (ebenfalls Einnässen tagsüber).


Enkopresis ist das wiederholte Einkoten bei Kindern ab vier Jahren ohne organische Ursache, das vor allem tagsüber auftritt. In einigen Fällen liegt gleichzeitig eine Verstopfung (Obstipation) vor, in anderen nicht. Enkopresis mit Obstipation beginnt häufig schon im Kleinkindalter und kann durch psychische oder körperliche Faktoren ausgelöst werden.

 

Eine tragfähige, von Wertschätzung und Vertrauen geprägte therapeutische Beziehung zum Patienten, aber auch zu dessen Hauptbezugspersonen, stellt die Voraussetzung für eine erfolg-reiche Therapie dar. Im Rahmen der Therapie wird psychoedukativ über das Störungsbild, über körperliche Zusammenhänge und über Behandlungs-möglichkeiten informiert. Somit wird für den Patienten die bisher diffuse Situation des Einnässens/ Einkotens und der Hilflosigkeit gegenüber dem eigenen Körper greifbar. In Kombination mit Autosuggestiv-, Blasen- und Verhaltenstraining folgt ein kognitives Selbstwirksamkeitstraining, das dem Patienten die Überzeugung vermitteln soll, den eigenen Körper in gewünschter Weise zu beeinflussen. Es werden weitere Techniken der kognitiven Therapie – beispielsweise Entkatastrophalisieren der Problematik – eingesetzt.


Das verhaltenstherapeutische Vorgehen orientiert sich an einem klassischen Ver-haltenstraining, das der Patient – teilweise unterstützt durch eine Bezugsperson – zu Hause durchführen soll. Durch tägliches Abarbeiten einer Checkliste erfolgt einerseits ein Transfer kognitiv-therapeutischer und autosuggestiver Elemente in den Alltag, andererseits werden Körperfunktionen und erwünschtes Verhalten trainiert.

 

Der Einsatz von psychodiagnostischen Testverfahren und von Explorationstechniken kann kognitive Schema-ta, Verhaltensregeln, Beziehungsmuster, Bedürfnisse und Motive offen legen. Stellt sich heraus, dass Verdrängungsmechanismen wirken oder dass der Patient bestimmte Problemsituationen alleine nicht bewältigen kann, werden diese bearbeitet. Sind andere Familienmitglieder direkt oder indirekt involviert, werden diese zur Klärung mit einbezogen. Liegt eine das Familiensystem stützende (maladaptive) Funktionalität der Symptomatik des Patienten vor, werden die damit verbundenen Zusammenhänge aufgedeckt und eine Lösung für die gesamte Familie erarbeitet.

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