Regeltraining

Das Regeltraining ist ein Modul des Lese-/ und Rechtschreibtrainings (Simonszent). Es wurde aus dem therapeutischen Alltag in der Arbeit mit legasthenen Kindern heraus entwickelt und umfasst folgende Bausteine:

 

 

Basistraining: Das Basistraining wurde als Vorstufe zum Regeltraining konzipiert, das dann zum Einsatz kommt, wenn bestimmte Vorläuferfertigkeiten noch nicht ausreichend entwickelt sind. Es beinhaltet Übungen zur Steigerung der Phonologischen Bewusstheit, zur Verbesserung der Buchstaben-Laut-Assoziation und zum silbierenden Rechtschreiben. Das Programm liegt als manualisiertes Verfahren für das Einzel- und den Kleingruppentraining vor (20 Einheiten). Zur Vertiefung im Einzelsetting stehen zahlreiche weitere Übungsblätter bereit.

 

Regelheft: Das Regelheft beinhaltet alle wichtigen Rechtschreib- und Grammatikregeln für den sicheren Umgang mit dem deutschen Schriftsprachsystem. Es enthält über die reinen Regeln hinaus Beispiele, Lernhilfen und Merksätze.

 

Übungsblätter: Die Regeln werden mithilfe von Arbeitsblättern eingeübt. Durch Wiederholungslernen und durch einen expliziten Bezug auf die jeweils eingeübte Regel wird der Lerninhalt gefestigt. Es stehen für über 50 Lerngebiete 20 Übungsblätter mit jeweils bis zu 20 Einzelübungen (insgesamt über 10.000 Einzelübungen) mit Lösungen zur Verfügung.

 

Diktate: Um den Transfer in den Schulalltag zu unterstützen, stehen zu jeder Regel mehrere (insgesamt über 100) Diktate zur Verfügung. Diese werden mithilfe einer speziell entwickelten Technik bearbeitet. Dies führt einerseits zur weiteren Festigung des aktuellen Lernstoffes, andererseits wird das Auffinden und Korrigieren von Fehlern beim Diktatschreiben systematisch eingeübt. Dies reduziert die Fehleranzahl beim Schreiben von Diktaten.

 

Test: Zu jeder Regel steht ein Testbogen zur Verfügung. Auf diese Weise kann wiederholt überprüft werden, ob das Kind die jeweilige Regel bereits (oder noch) beherrscht.

 

Lernspiel REGELino: Auf spielerische Art und Weise werden explizites Regelwissen, dessen Anwendung und der Transfer in den Schulalltag mithilfe eines Spiels zum Training eingeübt. Das Kind muss Aufgaben zu den unterschiedlichen Lerneinheiten lösen und kann dabei Punkte sammeln. Gewonnen hat, wer als erstes drei Punkte aus fünf unterschiedlichen Lerngebieten gesammelt hat. Das Spiel bietet sich für den Ausklang einer Therapiestunde oder für das spielerische Üben zu Hause an.


Explizites Lernen

Das Regeltraining stellt eine Ergänzung zum Lesetraining und zum Wortschatztraining dar. Der lerntherapeutische Wirkmechanismus ist jedoch ein anderer. Während beim Lesetraining das Wiederholungslernen und beim Wortschatztraining das implizite Lernen im Vordergrund steht, zeichnet sich das Regeltraining besonders durch das sogenannte explizite Lernen aus.

 

Das speziell für legasthene Kinder entwickelte Lernkonzept des Regeltrainings stellt ein idealtypisches Programm für die Verwendung im therapeutischen Alltag dar. Es wird sukzessive ein Regelwissen aufgebaut, das mithilfe von zahlreichen Übungen und spielerischer Komponenten stetig ausgebaut und gefestigt wird. Im Verlauf des Trainings durchläuft Ihr Kind unterschiedliche Themengebiete, die einen Großteil des Regelwissens abdecken, die Ihr Kind für den sicheren Umgang mit dem deutschen Schriftsprachsystem benötigt.

 

Das Training ist so konzipiert, dass zunächst eine Rechtschreibregel explizit vorgegeben und erklärt wird. Erst wenn sichergestellt ist, dass Ihr Kind die Regel wirklich richtig verstanden hat, wird in einem weiteren Schritt die Regel auswendig gelernt. Die bereits verstandene Regel wird stetig wiederholt, um eine Abspeicherung im Langzeitgedächtnis zu unterstützen (vgl. Schermer 2006, S, 122).

 

Im Folgenden wird die Rechtschreibregel in verschiedenen Variationen bewusst angewendet, da dies eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und für die Übertragung auf andere sogenannte Wissensinhalte darstellt (vgl. Mandl S. 106-110). Dies geschieht durch die Bearbeitung von Übungsblättern, durch das Schreiben von Diktaten nach einer speziell entwickelten Schreib- und Kontrolltechnik, auf spielerische Art und Weise mit dem Lernspiel REGELino und durch die Bearbeitung von Testbögen zur Selbstkontrolle. Dabei wird bei jeder Übung die Regel bewusst und explizit abgerufen. Somit wird durch das Training die Abstraktion und die Verallgemeinerung des Lernstoffs erreicht, das einen Transfer auf andere Situationen, beispielsweise Rechtschreiben in der Schule, ermöglicht (vgl. Gluck 2010, S.145 f).

 

Literaturnachweis:

Gluck, M./Mercado, E./Myers, C. (2010): Lernen und Gedächtnis. Vom Gehirn zum Verhalten. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Schermer, F. (2006): Lernen und Gedächtnis. Stuttgart: Kohlhammer.

Steiner, G. (2006): Wiederholungsstrategien. In: Mandl, H./Friedrich H.(Hrsg.): Handbuch Lernstrategien. Göttingen: Hogrefe.

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